🏆 Oatly, Wall Street & Tampons: Erfolgreiche Green Marketing Kampagnen
Wie es drei Kampagnen gelungen ist, sich mit einer klaren Strategie und schlauer PR-Nutzung abzuheben und erfolgreich zu sein. Und was wir davon für unsere Green Marketing Kampagnen lernen können.
Hallo 👋 mein Name ist Florian Schleicher und das ist der FutureStrategies Newsletter von FUTURESTRATEGIES. Schön, dass du mitliest 💚
Green Marketing geht auf wesentliche KonsumentInnen-Bedürfnisse ein. Damit bietet es ein großes Wachstumspotenzial.
Und das ist nicht alles: Es bewirbt Produkte, die die Gesellschaft positiv beeinflussen und zugleich gut für die Umwelt sind.
Dieses Wachstumspotenzial haben manche Marken schon erkannt. Einige dieser Vorreiter habe ich in diesem Newsletter schon vorgestellt. Heute habe ich drei neue Beispielen für euch.
Die “Fck Oatly”-Kampagne
Das “Fearless Girl” auf der Wall Street in New York
Die “Tampon Book”-Kampagne
Dabei zählt Oatly als Green Marketing Kampagne aufgrund ihres ökologischen Kerns. Die beiden anderen Beispiele legen einen starken Fokus auf soziale Ungleichheiten, also im Nachhaltigkeits-Dreiklang von People, Planet und Profit auf Ersteres.
🌾 Fck Oatly
“There’s always this one person at a party who walks in and they’re so interesting and intriguing, but you can’t quite put your finger on why… That’s who we are.”
Michael Lee, Creative Director von Oatly
Eine mysteriöse Website enthüllte Verschwörungen und Skandale bei und von Oatly.
Dann stellt sich heraus, dass nicht irgendwer dahinter steckt, sondern Oatly selbst.
Die Website ist eine „Zeitmaschine für alles Schlechte über ein Haferdrink-Unternehmen“ und listet einige der größten Kontroversen rund um die Marke auf. Sie selbst nennen die Website kurz und knapp: FckOatly.com.
Es handelt sich um eine spielerisch-sarkastische Website, die Skandale dokumentiert, mit denen sie sich in der Vergangenheit auseinandersetzen mussten - Boykotte, schlechte Presse, Beleidigungen im Netz, etc.
Was ich so fantastisch an dieser Kampagne finde ist, dass Oatly einen ganz anderen Zugang als die meisten Unternehmen wählt, die vergangene Fehler so tief wie möglich begraben wollen.
Denn die Hafermilchmarke spricht ganz offen über Themen, welche die meisten KonsumentInnen oder auch JournalistInnen vielleicht schon ganz vergessen haben.
Damit bringen sie Transparenz und Authentizität auf ein ganz neues Level.
“We’ve said everything we need to say about certain things, so why not put it all in one place?”
Brendan Lewis, Executive vice-president for global comms and public affairs Oatly
Skandale, die sie dort bspw. aufgreifen sind der Verkauf von Haferresten an Schweinefarmen oder ein weltweiter Boykott nach dem Einstieg des neuen Investors Blackstone.
Aber was bringt eine Firma denn dazu, so etwas selbst zu kommunizieren?
Mit der Website kann Oatly ganz klar das Vertrauen der Zielgruppe erreichen. Denn die Website macht glaubwürdig und authentisch. Und nahbar. Ein perfekter Marketingmix.
Und letztendlich sind sie sich selbst dabei treu, denn sie bewahren sich ihre Tone of Voice und integrieren Humor in die gesamte Unternehmenskommunikation.
Erfolge der Kampagne:
Jede unangenehme PR wird angenommen. Und sogar daran zurückerinnert. Selbst Kontroversen, die bei KonsumentInnen vielleicht in Vergessenheit geraten sind, greift Oatly hier wieder auf. Und kann sympathisch und transparent die eigene Perspektive in den Vordergrund bringen. Eine Meisterklasse was SEO (Suchmaschinenoptimierung) betrifft.
Die Website selbst wurde vom Unternehmen nicht durch Marketingaktivitäten hervorgehoben. Der anfängliche Erfolg lag bei wenigen 792 Website-BesucherInnen in den ersten 3 Monaten. Nach 6 Monaten find die Website zu fruchten an: 54.000 Website-Aufrufe. Nochmal 4 Tage später: 247.000 Website-Aufrufe. Eben gute SEO.
Das ist, meiner Meinung nach, nicht nur ein Erfolg der Kampagne, sondern ein Erfolg der Marke selbst. Oatly hat es geschafft, eine Tone of Voice zu kreieren, die simpel ist, Aufmerksamkeit erregt und immer zu Oatly zurückführt. Ein perfektes Beispiel von Agenda Setting in der PR.
Key Learning:
Eine Outstanding Performance erfordert (im Oatly Slang) “F*cking Fearless” zu sein. Das Unternehmen nimmt negative Kommentare an, als wäre es das Normalste der Welt und zieht damit auch die KritikerInnen in ihren Bann.
Sie schaffen es immer wieder, durch unglaublich mutige Aktionen und Kampagnen, in aller Munde zu landen und dabei authentisch und glaubwürdig zu wirken.
👧 Fearless Girl
Inmitten des arbeitsintensiven Financial Districts von Manhattan ragte am Vorabend des Weltfrauentages 2017 plötzlich eine unerschrockene Bronzestatue empor, die es vorher nicht gab: das Fearless Girl.



