👗 Reformation, ein Fashion Sustainability Hero?
Das Modelabel Reformation steht für ein nachhaltiges Gewissen beim Kleidungsshopping. Was steckt dahinter? Meine Analyse inklusive 3 großen Learnings rund um Marketing und Nachhaltigkeit.
Hallo 👋 mein Name ist Florian Schleicher und das ist der FutureStrategies Newsletter. Schön, dass du mitliest 💚
Fast Fashion ist ein Problem.
Und ich war Teil davon.
Der Großteil der Kleidung, die wir kaufen, ist weder gut für den Planeten, noch für die Menschen die sie herstellen.
10% der globalen Co2 Emissionen kommen aus der Fashion Industrie. Das ist mehr als alle Flüge und Schifffahrten weltweit zusammen.
Eine einzelne Jean verbraucht 3.781 Liter Frischwasser in der Produktion.
Und jede Sekunde wird das Äquivalent eines Müllwagens voller Textilien verbrannt oder auf einer Deponie entsorgt, während die Textilindustrie weltweit bis zu 20 Prozent der Industrieabwässer verursacht - hauptsächlich aufgrund von Färbeprozessen.
Unsere Liebe zu neuer Kleidung kostet uns die Natur, in der wir sie oft tragen wollen.
Marken produzieren jährlich Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar zu viel, und am Ende jeder Saison bleiben etwa 12 % der Kleidung unverkauft. Ein Großteil dieser unverkauften Produkte landet im Great Pacific Garbage Patch, der mittlerweile 1,6 Millionen Quadratkilometer im Pazifik zwischen Hawaii und Kalifornien bedeckt.
“Most people don’t realize that those items in their wardrobe create about 10 percent of global carbon emissions and cause other environmental damage. We need to raise awareness of the carbon in our closets, and, through education and industry measures, ensure sustainable fashion – rather than fast fashion – becomes the toast of our catwalks.”
Linda Freiner, Chief Sustainability Officer at Zurich Insurance Group
Ich habe viel (billige) Kleidung bei Fast Fashion-Giganten wie Zara gekauft und war manchmal wöchentlich auf der Suche nach neuen Kleidungsstücken. Große Teile meiner Whatsapp Konversationen mit meinem Bruder waren rund um die Fashion-Schnäppchen die wir ergattern konnten.
👀 Kann nachhaltige Kleidung sexy sein?
Als ich dann aber Ende 2017 begann im Marketing von Greenpeace zu arbeiten, wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie mein eigenes Konsumverhalten dazu beiträgt, dass unsere Sommer immer heißer werden und andere Menschen darunter leiden, wie ich Kleidung kaufe.
Seitdem kaufe ich sehr selten Kleidung. Und wenn, dann nur von Unternehmen, die sich an strenge Nachhaltigkeitskriterien halten und einen positiven Einfluss auf ihre MitarbeiterInnen und Produktionsketten haben.
2017 war das nicht einfach und gefühlt gab es sehr wenig “coole” Marken. Wenn ich nicht dem Kleidungs-Klischee eines Ökos entsprechen wollte, musste ich viel Zeit mit der Suche nach trendigen Kleidungsstücken verbringen.
Ich merkte rasch wie “verwöhnt” ich vom einfachen, großen und günstigen Angebot der Moderiesen war. Etwas das auch Modedesignerin Katharina Reuschel bemerkt:
“Wir Konsumenten und Konsumentinnen wurden leider die letzen Jahrzehnte von Fast Fashion Riesen und deren Marketing verzogen. Wir wollen dauernd Neues, und das so oft wie möglich. Daher muss es günstig sein. Wir haben verlernt, Dinge wertzuschätzen, und sie so lange wie möglich zu erhalten. Deshalb ist es schwierig, Kunden und Kundinnen für wirklich fair und nachhaltig produzierte Produkte zu begeistern. Der wesentlich höher Preis schreckt dann oft ab.
Doch eigentlich haben die KundInnen, die Macht, Nachhaltigkeit in die Produktpalette zu bekommen.”
Und auch wenn 2024 das Angebot an nachhaltiger Kleidung viel größer und trendiger ist - von Nudie Jeans, über Veja Schuhe oder Unterwäsche von Dedicated, kämpfen viele KonsumentInnen und Unternehmen mit höheren Preisen.
Dabei war Eines lange Zeit schwierig zu bekommen:
Schöne und nachhaltige Damenmode, die am Laufsteg, auf Hochzeiten oder im Businesskontext getragen werden kann.
Auftritt: Reformation.
🥈 Being naked is the #1 most sustainable option. We’re #2.
Diese Überschrift ist der Slogan der nachhaltigen Modemarke Reformation, die stilvolle und umweltfreundliche Kleidung herstellt.
Sie zeichnet sich durch die Verwendung von recycelten Materialien, umweltbewusste Produktionsmethoden und Transparenz bei der Kommunikation ihrer ökologischen Auswirkungen aus, wodurch sie Mode und Nachhaltigkeit miteinander vereint.
Im Vergleich zu den mit Super-Marken, die ich hier analysiert habe (Apple, LEGO, Patagonia) ist Reformation dabei noch sehr jung, hat aber schon eine erstaunliche Marke aufgebaut.
Reformation wurde 2009 von Yael Aflalo in Los Angeles gegründet, ursprünglich als Vintage-Boutique, bevor sie begann, ihre eigene nachhaltige Kleidung zu entwerfen. Aflalo erkannte die enormen Umweltauswirkungen der Modeindustrie und entschied sich, einen anderen Weg einzuschlagen. Seitdem hat sich Reformation darauf spezialisiert, Mode zu kreieren, die sowohl trendbewusst als auch umweltfreundlich ist.
Wenn du mehr darüber lesen willst, welche Initiativen die Marke setzt, empfehle ich die Nachhaltigkeitsseite des Unternehmens, die sehr tiefgehend und ansprechend aufbereitet ist.
Denn ich möchte mich hier auf die Marke selbst fokussieren und wie sie mit einer klugen Marketingstrategie zu einer Vorreiterin rund um nachhaltige Mode wurde.
3 besonders spannende Aspekte gibt es dabei, von denen wir lernen können.
1️⃣ Coolness trifft Umweltbewusstsein
2️⃣ Transparentes & Purpose-Driven Marketing
3️⃣ E-Commerce mit Begeisterung
Los geht’s!






