FUTUREStrategies

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đŸ‘€ Marketing in der Ego-conomy

Ich vor Wir. Wie Ego, Nutzen und IdentitĂ€t den Konsum der Zukunft prĂ€gen. Woher der Trend kommt, und was es fĂŒr erfolgreiche Marketingstrategien und Green Marketing bedeutet.

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Florian Schleicher
May 05, 2025
∙ Paid

Hallo 👋 mein Name ist Florian Schleicher und das ist der FutureStrategies Newsletter von FUTURES. Schön, dass du mitliest 💚


“Warum sollte genau ich diesen Newsletter lesen?”

Das ist vielleicht die Frage, die du dir jetzt beim Lesen des Titels stellst.

Und das ist genau das Thema, ĂŒber das ich heute schreiben will:

Dem Trend danach, immer nach eigenen und oft unmittelbaren Vorteilen zu suchen.

a girl sitting on a bench with a netflix logo in the background

Immer mehr Umfragen zeigen, dass KonsumentInnen dem Preis, der Bequemlichkeit und dem persönlichen Nutzen Vorrang vor sozialen oder ethischen ErwÀgungen einrÀumen - vor allem in Zeiten wirtschaftlichen Stresses.

Eine multinationale Umfrage unter 4.000 KonsumentInnen in Europa ergab, dass die PreissensibilitÀt seit der Zeit vor der Pandemie um ~5 % gestiegen ist, wÀhrend traditionelle Faktoren wie ProduktqualitÀt und Bequemlichkeit leicht an Bedeutung verloren haben.



Angesichts der hohen Inflation und der angespannten Haushaltslage sind die Verbraucher zunehmend bereit, Kompromisse bei der QualitÀt oder Markentreue einzugehen, um Geld zu sparen.

Und auch Nachhaltigkeitsbestrebungen sind davon betroffen:

“Consumers are increasingly opting for affordability over sustainability in their purchasing decisions, preferring cheaper alternatives as financial pressures hit household budgets.”

Es ist auch sehr gut verstÀndlich: Wenn der Geldbeutel knapp ist, werden ethische oder umweltfreundliche Entscheidungen, die sich nicht unmittelbar auszahlen, oft beiseite geschoben.

Das zeigt uns vor allem eines:

KonsumentInnen werden immer egoistischer.

Kosten-Nutzen-Denken steht im Vordergrund, und wir leben in einer immer mehr transaktionalen Welt - was wir auch in Trumps geo-politischer Gestaltung erleben.

Der erste Gedanke vieler Menschen ist daher oft:

“Was habe ich davon?”

KonsumentInnenverhalten wird immer mehr von Ego und SelbstidentitÀt beeinflusst.

Menschen wĂ€hlen Marken oft nicht nur aufgrund ihres Nutzens, sondern auch aufgrund dessen, was diese Marken ĂŒber sie aussagen. Die „Theorie der Selbstkongruenz“ besagt, dass VerbraucherInnen sich zu Marken hingezogen fĂŒhlen, die ihr ideales Selbstbild widerspiegeln.

Zum Beispiel werden Luxusmarken wie Rolex oder (bis vor kurzem) Tesla als Symbole fĂŒr Status und Erfolg gewĂ€hlt, nicht nur wegen ihres funktionalen Werts.

Sobald der persönliche Vorteil verschwindet, bricht die Kaufbereitschaft zusammen. Das können wir gerade jetzt am Einbrechen der Tesla-Verkaufszahlen sehen: Das Auto ist das Gleiche, wie vor Elon Musks RegierungsbeitrÀgen. Aber der persönliche und emotionale Wert hat sich verÀndert.

Werfen wir also einen Blick auf:

  1. Datenpunkte

  2. Den Ursprung des Trends

  3. Was das fĂŒr Marketing bedeutet

  4. Empfehlungen fĂŒr Marketingstrategien

  5. Die Herausforderung fĂŒr Nachhaltigkeit


📊 Datenpunkte

© Ipsos, Nouveau Nihilism
  • Die Top Marken einer Havas Studie performen 57% besser, was die Kommunikation persönlicher Vorteile angeht. Ihre Aktien performen 200% besser.

  • 71% der KonsumentInnen ist der Meinung, dass Unternehmen ihnen helfen sollen, ihr eigenes persönliches Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu verbessern.

  • 69% der Unternehmen haben Strategien, um Vorteile im Austausch fĂŒr persönliche Daten anzubieten. Das bedeutet, dass KundInnen explizit wissen wollen, was sie davon haben, bevor sie ihr Vertrauen oder ihre Daten preisgeben - seien es Rabatte, VIP-Zugang oder ein reibungsloseres Erlebnis.

  • Der Mehrheit fehlt es an Optimismus fĂŒr die nĂ€chste Generation. Nur 36 Prozent der Befragten glauben, dass es der nĂ€chsten Generation besser gehen wird. In den IndustrielĂ€ndern sieht nur eine von fĂŒnf eine bessere Zukunft.

  • 71% der VerbraucherInnen erwartet, dass Unternehmen personalisierte Interaktionen anbieten. 76% sind frustriert, wenn dem nicht der Fall ist.

“Over the last 15 years, we've commissioned research into what makes a brand really meaningful. What we've seen in the data is that actually there's a big shift back towards a personal lens on everything,”

Joanna Lawrence, Global Chief Strategy Officer at Havas Media Network

đŸ—ïž Ursprung des Ego-conomy Trends

Aus meiner Sicht hat diese Bewegung zur Ego-conomy und dem damit einhergehenden Egoismus mit der Covid19 Pandemie begonnen. Die Auslöser: Unsicherheit gepaart mit einem RĂŒckzug ins und der Aufwertung des eigenen Zuhauses - oder wie The Economist es nennt - “Hermit Consumer”. Dann anhaltende geopolitische Konflikte in Osteuropa, noch mehr Unsicherheit, Teuerungswellen und damit EinschrĂ€nkungen in persönlichen Budgets.

Dieses Umfeld hat Menschen als Individuen dazu veranlasst, ihr persönliches Wohlergehen und ihre Sicherheit in den Vordergrund zu stellen, oft auf Kosten gemeinschaftlicher Überlegungen.

Wirtschaftliche Schwankungen wie Arbeitsplatzabbau und MarktvolatilitĂ€t haben zu einem RĂŒckgang des Verbrauchervertrauens und der Ausgaben gefĂŒhrt.

Diese Entwicklung lÀsst sich auch kulturell beobachten:

Adrien Cadiot beschreibt in seinem Midyear Report das Aufkommen einer neuen sozialen Ordnung, die Ingo Niermann als The Monadic Age bezeichnet – eine Ära des RĂŒckzugs in Isolation, SelbstgenĂŒgsamkeit und egozentrische IdentitĂ€tsrĂ€ume. In einer solchen Weltstruktur ist es nur logisch, dass Marken dann funktionieren, wenn sie das Ich stĂ€rken – nicht das Wir.

Wir sehen einen verstÀrkten YOLO Effekt:

KonsumentInnen fĂŒhlen sich berechtigt, hier und jetzt selbst zu belohnen („Ich habe das verdient“) und stellen das unmittelbare persönliche Wohlbefinden ĂŒber langfristige oder kollektive Überlegungen.

„Our society has become one in which people feel licensed to give their selfishness free rein.“ ïżŒ

David Brooks, The Atlantic

Die Psychologie bestÀtigt dieses Muster:

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